Eine Interior-Stylistin klärt auf: Was sollte bei Vorhängen und Gardinen beachtet werden

Sie runden die gesamte Einrichtung ab, lassen Räume größer wirken und schaffen wie kein anderes Accessoires Gemütlichkeit in den eigenen vier Wänden: Vorhänge und Gardinen. Doch damit sie all diese Wunder vollbringen, sollten sich Interior-Fans eine wichtige Frage stellen: Wie platziert man sie richtig? Versteht sich von selbst, sollte man meinen, doch sehe ich als Einrichtungs-Expertin leider nur in den seltensten Räumen Vorhänge, die optimal platziert sind. Wie wirken sich beispielsweise Stofflänge und der Abstand zum Fenster auf die Optik des Zimmers aus? Übrigens gelten die folgenden Regeln sowohl für Gardinen als auch für die Vorhänge. Der Unterschied besteht lediglich darin, dass Gardinen aus transparentem Material bestehen, während Vorhänge blickdicht sind. Also schnappt euch ein Maßband und schaut, wie ihr die Tipps auch für eure Wohnung umsetzen könnt.

Gardinenstange korrekt angebracht?

Damit der Raum durch die neuen Vorhänge optisch größer wirkt, ist die richtige Platzierung der Stange entscheidend. Auf keinen Fall sollte sie direkt oberhalb des Fensterrahmens angebracht werden. Schnell entsteht so der Eindruck, die Decke sei tiefer, als sie tatsächlich ist. Das wiederum engt den gesamten Wohnbereich visuell ein. Stattdessen wird die Stange etwa zehn bis 20 Zentimeter über dem Fenster befestigt. Die Leiter ist zu kurz? Ich empfehle dringendst, in diesem Fall beim Nachbarn nach einer Längeren zu fragen! Der Unterschied wird euch die nächsten Jahre begleiten.

Um das Zimmer visuell nicht nur in die Höhe zu strecken, sondern auch in die Breite auszudehnen, darf die Gardinenstange zudem nicht zu kurz sein. Ob ihr euch bereits für die richtige Länge entschieden habt, könnt ihr ganz einfach überprüfen: Wenn bei offenen Vorhängen ein Teil des Fensters immer noch bedeckt bleibt, ist die Stange definitiv nicht lang genug. Im Idealfall sollte es möglich sein, die Vorhänge so weit aufzumachen, dass sie den Fensterrahmen umranden. Nur so kann das einfallende Licht den Raum ungehindert zum Strahlen bringen.

Vorhang auf! Ausmessen und Stylen leicht gemacht

Vorhänge und Gardinen beeinflussen aufgrund ihrer Farbe, des Musters sowie der Stofftextur maßgeblich den Gesamt-Look der Wohnung. Ebenso entscheidend für die Raumwirkung ist die Länge. Sind sie zu kurz, sieht das Zimmer nämlich kleiner aus als es ist. Meine Empfehlung sind Vorhänge, die bis zum Boden reichen. Auf diese Weise erscheint der gesamte Wohnbereich aus einer vorteilhaften Perspektive und gewinnt an Größe. Für diejenigen unter euch, die eine Vorliebe für den romantischen Look haben, darf es sogar noch etwas länger sein. Liegt der Stoff leicht am Boden auf, gewinnt das Raumdesign an Verspieltheit und verschafft einen leicht verträumten Charakter. Hier gilt: Macht das, was euch gefällt und zur Gesamteinrichtung eurer Wohnung passt!

Die Kunst des Faltens spielt nur beim Origami eine Rolle? Falsch! Mein Ratschlag an euch: Messt das Fenster ab und plant etwa 1,5x bis doppelte Länge für die Faltenbildung ein. Am konkreten Beispiel heißt das: Wenn das Fenster zwei Meter breit ist, werden dementsprechend vier Meter Stoff benötigt. Denn auch bei zugezogenen Vorhängen sollten die Falten für einen eleganten Anblick erkennbar sein. Ist der Stoff glatt, sieht es im Zimmer schnell nach Interior-Anfänger aus.

Alles eine Frage des Geschmacks!

Wenn es um Farben oder Muster geht, sollen Vorhänge und Gardinen in meisten Wohnungen das Gesamtbild abrunden und sich schlicht mit dem Rest der Einrichtung verbinden. Wer sich dabei gerade angesprochen fühlt, kann es mit neutralen Farben wie Weiß, Grau oder Beige versuchen. Diese Klassiker sind und bleiben immer im Trend. Mit auffälligen Kissenhüllen, Bildern oder Vasen lassen sich schöne Akzente setzen, die je nach Laune ganz einfach ausgetauscht werden können. Bei ausgefallenen Farben oder Mustern für Vorhänge ist beim Dekorieren jedoch Vorsicht geboten. Die Einrichtung kann schnell überladen und chaotisch wirken. Es gilt: Dekoration passend zu den Vorhängen aussuchen und niemals umgekehrt.

Ein letzter Tipp: Bei der Farb- und Stoffauswahl möchte ich jedem ans Herz legen, vorab kostenlose Stoffproben zu bestellen. Auf dem Computer sehen Farben auch mal anders aus.  Sie sollten am besten mit eigenen Augen bei Tageslicht betrachtet werden. Doch bei Regeln darf eines nicht vergessen werden: Man sollte sich nicht immer an sie halten.

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